Verhütungsberatung – Was passt zu mir?

Wie Sie verhüten möchten, sollten Sie ganz individuell nach Ihren Bedürfnissen und Voraussetzungen entscheiden können. Nicht jede Form der Verhütung ist für jede Frau oder Partnerschaft die richtige. Zu den zahlreiche Möglichkeiten und der Wahl der für Sie richtigen Verhütungsmethode beraten wir Sie gerne.

Bei der Verhütung spielen Ihre individuellen Wünsche nach Sicherheit, Verträglichkeit und Anwendungsfreundlichkeit eine große Rolle. Auch Vorerkrankungen wie Migräne oder Thromboseneigung müssen bei der Auswahl berücksichtigt werden. Oft können auch durch die Verwendung des richtigen Verhütungsverfahrens Beschwerden wie Akne, starke oder schmerzhafte Periodenblutungen oder zyklusbedingte Beschwerden wie PMS günstig beeinflusst werden.

Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:

Hormonelle Verhütung

Patientinnengespräch in der Frauenarztpraxis Dr. med. Jasmin Hermann in Stuttgart-Möhringen

Die orale Einnahme der Anti-Baby-Pille oder vaginale Anwendung des Verhütungsrings sind die am häufigsten verwendeten Verhütungsmethoden. Bei korrekter und idealer Anwendung bieten sie eine hohe Sicherheit. Die Präparate enthalten die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen in unterschiedlicher Dosierung und Zusammensetzung. Diese verhindern die Reifung der Eizelle und somit den Eisprung.

Neben der Verhütenden Wirkung sind zusätzliche positive Aspekte wie Verbesserung des Hautbildes, Verminderte Blutungsstärke und oder weniger schmerzhafte Perioden oft ein zusätzlicher Vorteil.

Hierbei handelt es sich um eine reine Gestagenpille, die ebenso wie die oben beschrieben Antibaby-Pille die Reifung der Eizelle und somit den Eisprung verhindert. In besonderen Situationen (z.B. Thromboseneigung, Stillzeit, Migräne, Frauen >35 Jahre etc.) ist sie das Präparat der Wahl und kann viele Vorteile mit sich bringen

Die Hormonspirale ist eine sehr sichere und unkomplizierte Methode der Langzeitverhütung. Sie ist ein kleiner T-förmiger Kunststoffkörper, welcher in die Gebärmutter eingesetzt wird und nicht spürbar ist.

Je nach Art der Spirale kann diese drei bis acht Jahre in der Gebärmutter verbleiben und gibt dort täglich eine geringe Menge des Hormons Gestagen an die Gebärmutter ab. Dabei wirkt das Hormon lediglich lokal in der Gebärmutter und hat keinen Einfluss auf den natürlichen Zyklus und die Eizellreifung der Frau.

Der Schleim des Gebärmutterhalses verdickt sich durch die lokale Hormonwirkung und der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut vermindert sich, wodurch die Befruchtung der Eizelle  bzw. das Einnisten verhindert werden.

Hierbei handelt es sich um ein dauerhaft im Oberarm implantiertes Hormonstäbchen, was permanent Gestagen in den Blutkreislauf abgibt und eine Eisprungshemmung hervorruft. In speziellen Situationen kann dies für Sie die richtige Wahl zur Verhütung sein. Sprechen Sie uns dazu gerne an.

Je nach Präparat kann die Monatsblutung komplett ausbleiben oder sich verringern. Gerade für Frauen, die eine langfristige Verhütungsmethode wünschen, die gegenüber Störfaktoren (Vergessen der Pille, Durchfall oder Erbrechen) resistent ist, kann die Hormonspirale eine ideale Möglichkeit sein. Dies gilt ebenso für Frauen, die auf Grund von Vorerkrankungen oder Risikofaktoren keine östrogenhaltigen Verhütungsmethoden anwenden sollten.

Zu den verschiedenen Spiralen und welche für Sie optimal in Frage kommt, berate ich Sie gerne.

Nicht-hormonelle Verhütung - Kupferspirale

Hierbei handelt es sich analog zur Hormonspirale um einen T-förmigen Körper, der in die Gebärmutterhöhle eingelegt wird. Dieser gibt aber im Gegensatz zur Hormonspirale Kupfer-Ionen in die Gebärmutter ab.

Diese schädigen die Spermien und verändern die Schleimhaut der Gebärmutter, so dass die Spermien auf ihrem Weg in die Gebärmutter gestoppt werden und sich eine möglicherweise doch befruchtete Eizelle nicht einnisten kann.

Zu bedenken ist, dass bei einer Kupferspirale bereits vorbestehende starke schmerzhafte Blutungen zunehmen können.

Die Einlage einer Kupferspirale kann im individuellen Fall und bei Wunsch der Patientin die richtige Möglichkeit zur Verhütung darstellen.

Patientinnen mit einer liegenden Spirale sollten sich regelmäßig zur sonographischen Lagekontrolle vorstellen, um die richtige Lage und damit optimale Wirksamkeit der Spirale sicherzustellen.

Notfallverhütung

Die Pille danach ist nur als Notfallverhütung gedacht und sollte dementsprechend nur in Ausnahmefällen nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen werden.

Je schneller sie nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen wird, desto höher ist ihre Zuverlässigkeit. Je nach Präparat kann sie bis zu maximal drei (Wirkstoff Levonorgestrel) bis fünf Tage (Wirkstoff Ulipristalacetat) nach dem Ereignis eine ungewollte Schwangerschaft verhindern.

Die Kupfer-Spirale kann bis 5 Tage nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr auch zur Notfallverhütung eingesetzt werden und soll die Einnistung einer eventuell befruchteten Eizelle unterbinden.

Ich berate Sie gerne, ob diese Möglichkeit für Sie im Notfall in Frage kommt.

Weitere Verhütungsmethoden

NFP (Natürliche Familien Planung), Dreimonats-(Hormon-)Spritze, Nutzung eines Kondoms oder des Diaphragmas, Sterilisation des Mannes oder der Frau.

Auch zu diesen Themen geben wir Ihnen gerne Auskunft.